In St. Michael am Bruckbach wird Gemeinschaft nicht nur großgeschrieben, sondern auch mit viel Humor gepflegt. Ein besonderes Highlight unseres dörflichen Archivs ist die Dokumentation eines Sauschädldiebstahls aus dem Jahr 1991, der zeigt, wie lebendig und unterhaltsam unsere Traditionen sind.
Was ist das Sauschädlstehlen?
Nach altem Mostviertler Brauch ist es eine sportliche Herausforderung, beim Sauschlachten den frisch getrennten Schweinekopf unbemerkt zu entwenden. Gelingt der Diebstahl, muss der Kopf vom Bauern meist mit einer ordentlichen Bewirtung „ausgelöst“ werden.
Ein Fall für das "Brauchtumsgericht"
- Das Gedicht: Der Tattag wurde in einem humorvollen Gedicht festgehalten. Es beschreibt die winterliche Schlachtung und den Moment der Überraschung, als der Bauer trotz aller Vorsicht feststellen musste: "Der Sauschädl is weg!".
- Das Urteil: Um die Kumpanei aufzuklären, wurde ein Richter ernannt. In einem "Urteil im Namen des Brauchtums" wurde akribisch dargelegt, wie der Dieb über den Heustock eindrang und die Schlachter eine Stunde lang beobachtete, bevor er zugriff.
- Die Strafe: Statt harter Sanktionen gab es gesellige Auflagen. Die "Überführten" mussten Wein und Speisen beisteuern, während die Rückgabe des Schädels mit Musik und einem gemeinsamen Festessen für die ganze Nachbarschaft gefeiert wurde.
Solche Episoden fördern den Zusammenhalt und sorgen dafür, dass unsere regionalen Bräuche mit einem Augenzwinkern in Erinnerung bleiben.
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